Tuesday, July 11, 2017

Empathen

Wenn man alles fühlt – Das Leben als hochempathischer Mensch

Stell Dir vor, Du würdest rund um die Uhr alles fühlen, was in Deiner Umgebung geschieht, egal ob Positives oder Negatives. Alle Emotionen der Dich umgebenden Menschen, die Energien und die Geschichte von Räumen, die globalen Themen und Geschehnisse.
Willkommen in der Welt eines hochempathischen Menschen, auch Empath genannt. Empathen fühlen Energie, wie andere Luft atmen.

Von Geburt an haben sie die Fähigkeit, Emotionen anderer Menschen zu fühlen. Dies gilt nicht nur für nahe stehende Personen, sondern auch für weit entfernte oder komplett unbekannte Menschen. Zeigt man einem Empathen ein Foto der betreffenden Person oder erzählt nur von ihr, so fühlt der Empath sofort, um was für eine Person es sich handelt und wie sie sich fühlt.

Feinfühlige Frau
Hochempathische Personen fühlen die Emotionen aller Wesen, seien es Menschen, Tiere oder Pflanzen.
Damit sie ihre Gabe leben können, ist es sehr wichtig für sie, an Emotionen nicht anzuhaften und sich ausreichend Ruhe zu gönnen.
Ein Empath zu sein ist also nicht dasselbe wie empathisch zu sein. Jeder ist mit der Fähigkeit geboren, Empathie, also Mitgefühl für andere zu empfinden. Ein Hochempathischer kann Empathie aber nicht abstellen, im Gegensatz zu „normalen“ Menschen. Er fühlt nicht nur Empathie, er ist in der Lage, den gesamten emotionalen Prozess und den Weg der Seele des anderen wahrzunehmen. Mit dieser besonderen Eigenschaft kann er Menschen zu viel Klarheit und Weisheit verhelfen, wenn er darum gebeten wird - denn ein Empath wird sich mit seiner Fähigkeit nicht aufdrängen.

Viele hochempathische Menschen beschreiben ihre Fähigkeit als ein zweischneidiges Schwert – es ist zugleich eine wundervolle Gabe und auch eine Bürde. Empathen, die noch nicht gelernt haben, mit ihrer Gabe gut umzugehen, haben oft sogar Angst, psychisch krank zu sein. Hier kann es helfen, erst einmal ganz bewusst zu erkennen, dass man hochempathisch geboren wurde und dass diese Gabe ein Segen für die Menschheit ist. Weiter unten gebe ich Hinweise, wie man mit dieser Fähigkeit gut leben kann. Ich schreibe diesen Artikel aus eigener Erfahrung für andere Hochempathische, die sich ihrer Gabe noch nicht ganz bewusst sind und auch für diejenigen, die mit solchen Menschen zu tun haben, um sie besser verstehen und mit ihnen umgehen zu können.

Merkmale eines Empathen

Viele kennen den Begriff Hochsensibilität. Hochsensible und Hochempathen haben viele Gemeinsamkeiten, bei Hochempathen steht aber die Fähigkeit, sich in andere hineinzufühlen, im Vordergrund. Hier sind einige Merkmale, die hochempathische Menschen ausmachen. Wenn Du einer bist, wirst Du während des Lesens vermutlich einige Aha-Erlebnisse haben.

1) Du weißt es einfach. Empathen wissen einfach Dinge, ohne dass man sie ihnen erzählt hätte. Diese Informationen sind plötzlich da und man spürt genau, dass dies die Wahrheit ist. Es ist ein tiefes inneres Wissen, und je feiner der Hochempathische diese Fähigkeit entwickelt, desto stärker wird sie.

2) Du erkennst sofort, ob jemand die Wahrheit spricht oder lügt. Wenn ein Mensch lügt, fühlt der Empath die Diskrepanz zwischen den Worten und den Emotionen des Gegenübers, die sich im Fall einer Lüge widersprechen. Diese Eigenschaft kann für Menschen, die nicht wahrhaftig sind, sehr herausfordernd sein, da eine hochempathische Person kaum zu täuschen ist und die Wahrheit meist aufdeckt.

3) Öffentliche Plätze und Menschenansammlungen empfindest Du als Überforderung. Orte wie Supermärkte, Stadien, Konzerthallen, überall wo sich große Menschenansammlungen zusammenfinden, überfordern in der Regel einen Empathen. Es sind zu viele Eindrücke und Emotionen, die aus allen Richtungen auf ihn eintreffen, so dass er gut daran tut, solche Orte zu meiden oder sich energetisch gut zu schützen.

4) Gewalt, Grausamkeit und tragische Szenen in Filmen sind für Dich unerträglich. Ein hochempathischer Mensch wird solche Filme meiden und wahrscheinlich auch keine Nachrichten mehr schauen.

5) Ständige Müdigkeit. Viele Empathen sind sehr oft müde, da sie pausenlos so viel von anderen aufnehmen. Selbst schlafen hilft häufig nicht, diesen Energiemangel aufzufüllen. Daher ist es existentiell wichtig, dass sie sich ausreichend Ruhe gönnen.

6) Du übernimmst körperliche Symptome von anderen. Ein Hochempathischer bekommt häufig dieselben Symptome wie die ihm nahe stehenden Personen (Kopfschmerzen, Muskelzerrungen, etc.).

7) Kreativer Ausdruck. Wer viele Eindrücke bekommt, möchte diese auch ausdrücken. So lieben Empathen künstlerischen Ausdruck in Tanz, Gesang, Malerei, Schauspielerei. Sie fühlen sich durch Ausdruck deutlich besser und erleichtert.

8) Immer für andere da sein. Hochempathische Personen sind die geborenen Heiler und Tröster. Wenn irgendwo ein Mensch Hilfe braucht, ein Kind weint, sie sind sofort zur Stelle, sie möchten Schmerz lindern, Tränen trocknen und Bedürftigen helfen.

9) Emotionaler Mülleimer für andere. Empathen ziehen oft Menschen an, die ihren Ballast bei ihnen abladen wollen. Auch Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, sind für Hochempathische eine Herausforderung. In den meisten Fällen werden sie die unterdrückten Gefühle des anderen nicht nur wahrnehmen, sondern auch ausdrücken. An dem Punkt ist es besonders wichtig, gut für sich zu sorgen!

10) Suchttendenzen. Einkaufen, Alkohol, Essen, Sex – Empathen können leicht süchtig werden. Sie versuchen so, die Emotionen und Eindrücke anderer loszuwerden, sich zurückzuziehen und sich zu schützen. Je bewusster Du Dir Deiner Gabe bist, desto weniger Suchtgefahr besteht.

11) Du fühlst Dich zu Heilungsarbeit, ganzheitlichen Therapien und Spiritualität hingezogen. Die meisten hochempathischen Menschen haben von Geburt an heilerische Fähigkeiten. Viele kehren den Heilberufen aber wieder den Rücken zu, da sie von ihren Patienten zu viel aufnehmen, speziell wenn sie sich ihrer Gabe nicht vollständig bewusst sind. Wenn sie lernen, an Emotionen anderer nicht anzuhaften, sind sie wundervolle Berater, Heiler und Therapeuten.

12) Verdauungsprobleme. Der Solarplexus ist das Chakra, wo wir Emotionen senden und empfangen. Hier fühlt der Hochempathische die Emotionen anderer, so dass dieser Bereich oft geschwächt ist, wenn man sich nicht gut um ihn kümmert. Die vielen Eindrücke können nicht „verdaut“ werden, daher entstehen häufig reale Verdauungsbeschwerden.

13) Tiefe Liebe zur Natur und zu Tieren. Draußen in der Natur zu sein ist für Empathen eine reine Wohltat und sehr wichtig, um ihre Balance wiederzufinden. Sie empfinden eine tiefe Verbindung zur Natur und auch zu Tieren - hier können sie ganz sie selbst sein und auftanken.

14) Starkes Bedürfnis nach Alleinsein. Ein hochempathischer Mensch, der keine Ruhe und Zeit für sich hat, wird aggressiv. Dies ist bereits bei empathischen Kindern zu beobachten. Sie brauchen dringend Raum, um sich von den vielen Energien und Eindrücken zu erholen und ganz in ihrem eigenen Feld zu sein.

15) Du verabscheust Regeln, Kontrolle und Routine. Alles, was Empathen in ihrer Freiheit einschränkt, wirkt extrem destabilisierend und sogar schädigend auf sie. Daher wehren sie sich gegen jegliche Form von Einschränkung.

16) Du kannst nur schwer Dinge tun, die Dich nicht ganz erfüllen. Hochempathische Menschen empfinden es beinahe als Lüge, Dinge zu tun, die ihnen nicht zu 100% entsprechen. Sie können nichts ohne Leidenschaft oder Genuss tun.

17) Stetige Wahrheitssuche. Ein Hauptmotor im Leben eines Empathen ist die Suche nach Wahrheit. Er verabscheut alles, was unaufrichtig ist, und muss dies aus einem inneren Antrieb heraus aufdecken. Er sagt die Wahrheit, weil es sich gut anfühlt ehrlich zu sein. Nicht jeder kann damit umgehen. Sicher haben viele von Euch schon die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer gut ankommt, zu sagen, was man wirklich denkt. Ein Hochempathischer kann aber nicht anders.

18) Tagträumen. Empathen lieben es, stundenlang nichts zu tun und ihren inneren Bildern nachzugehen. Das Verweilen in ihren inneren Welten macht sie sehr glücklich.

19) Du fühlst die Energie der Lebensmittel. Hochempathische Personen empfinden die Schwingung und Lebenskraft von Nahrungsmitteln. Daher sind die meisten Vegetarier oder Veganer, denn die Schwingung von Tierleid und -qual können sie nicht ertragen. Sie lieben reines, biologisches Essen, welches frei von Schadstoffen ist und Lebenskraft spendet.

20) Abneigung gegenüber narzisstischen Menschen. Obwohl Empathen hilfsbereite, mitfühlende Wesen sind, werden sie sich aus dem Kontakt mit egozentrierten und narzisstischen Personen zurückziehen, da sie sonst Schaden nehmen. Narzisstische Personen entziehen ihnen sehr viel Energie, so dass sie gut daran tun, sich hier klar abzugrenzen.

21) Du bist ein exzellenter Zuhörer. Bei einem Hochempathischen ist es möglich, dass wildfremde Menschen ihm sein Herz ausschütten und sich ganz und gar öffnen. Empathen lieben es, für andere da zu sein und sie mitfühlend zu begleiten.

22) Du wirkst auf andere launisch und/oder scheu. Hochempathische Menschen sind empfänglich für Stimmungen und Launen. Sie können an einem einzigen Tag die gesamte Gefühlspalette der Menschheit durchleben. Wenn sie zu viele negative Energien aufgenommen haben, wirken sie abgeschnitten, unsozial und von sich selbst getrennt. Da Empathen es verabscheuen, gute Laune vorzuspielen, zeigen sie ihre authentischen Gefühle. Dies kann für die Umwelt irritierend sein, da wir in unserer Gesellschaft nicht daran gewöhnt sind, unsere Gefühle ganz ehrlich mitzuteilen.

23) Psychische Vampire stehlen Deine Energie. Welche Energieräuber es auch sind, der „Ich brauche Aufmerksamkeit-Typ“, der „Einschüchterer“, das „Opfer, was ständig Mitleid will“ oder die „Drama Queen“: Empathen haben häufig mit solchen Menschen zu tun, da sie so sehr daran gewöhnt sind, anderen zu helfen und zu geben. Es ist sehr wichtig für sie, starke und gleichzeitig liebevolle Grenzen um sich aufzubauen.

Leben als Empath – Wie lebe ich mit meiner Gabe und bleibe in Balance?

Ich habe lange mit dieser Veranlagung gehadert. Oft habe ich mich von diesem Planeten weggewünscht. Dachte, ich würde es nicht mehr aushalten, so viel zu fühlen. Heute habe ich gelernt, damit zu leben und es im Sinne des Großen und Ganzen einzusetzen, auch wenn es manchmal immer noch herausfordernd ist. Diese Dinge haben mir persönlich sehr geholfen, mit meiner Gabe gut zu leben, ohne mich zu verlieren. Vielleicht können sie auch Dir eine Hilfestellung sein.

Liebevolle Umgebung schaffen

Auftanken
Für hochempathische Menschen ist es existentiell wichtig, dass sie genügend Zeit und Raum für sich allein haben. Naturnahes Wohnen und ein energetisch reiner und hochschwingender Wohnraum sind Balsam für ihre überfluteten Sinne.
Hochempathische müssen sehr genau darauf achten, mit wem sie Zeit verbringen. Die nahestehenden Menschen sollten sie für ihre Gabe wertschätzen und ehren, haben sie doch eine wichtige Aufgabe auf diesem Planeten. Unverständnis oder verachtende Botschaften wie „Was hast Du denn jetzt schon wieder für ein Problem?“ schädigen den Empathen und lassen ihn innerlich verzweifeln. Ein positives Umfeld ist existentiell wichtig! Sehr wertvoll ist der Austausch mit anderen hochempathischen Menschen.

Auch der Wohnort spielt eine große Rolle. Am besten wohnen hochempathische Menschen naturnah. Eine Stadt oder ein Haus mit vielen Mietern kann sie schnell überfordern. Erschaffe Dir einen Wohnraum der Liebe mit Dich stärkenden Energien. Reinige Deinen Wohnraum regelmäßig, auch energetisch (Räuchern, ätherische Öle, Salzkristalllampen, etc.).

Achte Dich selbst und sorge gut für Dich

Einem Marathonläufer gönnt man nach seinem Lauf eine lange Pause und hat Verständnis für seine Erschöpfung. Nun, ein Empath ist ein Dauermarathonläufer im emotional/geistigen Bereich. Ruhephasen sind für diese Menschen existentiell! Sie sind nicht so „leistungsfähig“ wie andere Menschen und sollten sich ihre Arbeitswelt so liebevoll wie möglich gestalten. Sich dafür abzuwerten ist eine weitverbreitete Tendenz. Der Hochempathische sollte sich jedoch für seine Veranlagung wertschätzen und sich so viel Ruhe und Schlaf gönnen, wie er zur Regeneration braucht. Auch wenn es sonst niemand versteht – tue nur Dinge, die sich wirklich gut für Dich anfühlen. Denn etwas gegen Dein inneres Gefühl zu tun, wird sich wie Gewalt für Dich anfühlen.

Finde eine passende Ausdrucksmöglichkeit

Empathen haben sehr viele Eindrücke zu verarbeiten. Eine wundervolle Möglichkeit, dies zu tun, ist, in den Ausdruck zu gehen. Egal ob es tanzen, singen, malen, schreiben oder schauspielen ist – Ausdruck heilt die überfluteten Sinne eines feinfühligen Menschen.

Lebe Deine Aufgabe

In dem Moment, wo Du Deine Aufgabe bewusst erkennst und annimmst, wirst Du Deine Veranlagung nicht mehr als Bürde oder Fluch empfinden. Ein entwickelter, bewusster Empath hat die Fähigkeit, sich auf Seelenebene zu verbinden und dabei zu helfen, bei einem anderen blockierte Energie zu lösen. Er kann auch gestaute Energie innerhalb eines großen Feldes lösen und unterscheiden, welche wohlwollend ist und welche nicht. Er kann erdgebundenen Verstorbenen helfen, den Weg ins Licht zu finden und somit ihre verzweifelte Suche beenden. Gewöhnlich lieben Hochempathische es, am Körper von Menschen zu arbeiten. Wer schon einmal von einem Empathen berührt wurde, wird es bestätigen: Er fühlt den Körper des anderen wie seinen eigenen und erspürt, wo Schmerzpunkte sind und welche Berührungen heilsam sind.

Für mich war das Leben meiner Aufgabe der wichtigste Schritt. Ich liebe es, Menschen in ihren Prozessen zu begleiten. Für mich ist es natürlich und bedarf keinerlei Anstrengung. Ich mache einfach das, was ich sowieso tue - die Emotionen, Gedanken und Themen der Menschen zu fühlen und ihnen dadurch zu mehr Klarheit zu verhelfen. Diese meine Aufgabe zu leben erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude.

Anbindung

Verbinde Dich täglich mit Deiner Seele und der geistigen Welt. Diese Anbindung wird Dich zentrieren und nähren. Halte Dich so oft es geht in der Natur auf und fühle, wie sie Dir hilft, Deine überfluteten Sinne wieder zu beruhigen. Bewusstes, tiefes und verbundenes Atmen ist eine wundervolle Möglichkeit, in Deiner Mitte zu bleiben und Emotionen zu durchleben, ohne ihnen anzuhaften. Das verbundene Atmen ist seit vielen Jahren mein stetiger Begleiter.

In tiefer Verbundenheit zu allen hochempathischen Mitmenschen,

( Randi - www.wanderstern.com Bild: evolutionzine)

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